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Mittwoch, 15. November 2017

Wo bleibt die Umwelt, Frau Ministerin?

Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert NRW-Agrarministerin Schulze Föcking

Bernd Meier-Lammering, Biologe und Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zeigte sich erschrocken über die Äußerungen von Frau Schulze Föcking auf dem Kreisverbandstag der Landwirte. "Ich hätte doch von einer Umweltministerin deutlich mehr Objektivität erwartet" so Meier-Lammering. Es sei für den BUND völlig unverständlich, wie sie den negativen Einfluss der Intensivlandwirtschaft auf die Biodiversität absolut verleugne. "Man braucht kein Biologe und Wissenschaftler zu sein, sondern nur mit offenen Augen und Ohren durch die Landschaft gehen, um festzustellen, dass fast überall die Lerchen verstummt sind, man so gut wie keine Rebhuhnketten mehr sieht und man nur noch an ganz wenigen Stellen das Kiwitt der Kiebitze vernehmen kann", erläutert der Kreisgruppensprecher.


Verwundert zeigte sich Bernd Meier-Lammering auch über Frau Schulze Föckings Äußerung, dass sie "Politik nach wissenschaftlichen Erkenntnissen" mache.

Kiebitze um 50 Prozent zurückgegangen

"Auch Frau Schulze Föcking als Umweltministerin sollten die Zahlen der Artenrückgänge in der offenen Landschaft und deren Urschen eigentlich bekannt sein. So sind die Bestände des Kiebitz von 1990 bis 2005 nach Angaben den Bundesamtes für Naturschutz um über 50% zurückgegangen, die der Feldlerche um fast 20 Prozent" führt Meier-Lammering aus. Das Bundesamt für Naturschutz nennt auch klar die Ursachen: "... bedingt durch die Einführung moderner Bewirtschaftungsmethoden und die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Diese alarmierende Entwicklung hat auch die ehemals häufigsten Vogelarten der Äcker und Wiesen erfasst; eine Besserung der Situation für die Feldvögel ist bislang noch nicht in Sicht." Das Umweltbundesamt weist die Landwirtschaft als Hauptverursacherin  für den großflächigen Rückgang der landschaftlichen und biologischen Vielfalt aus.

Wer da von die Schuld einzig bei Gewerbegebieten und den Steingärten sehe, wolle wohl von seiner eigenen Verantwortung ablenken, so Bernd Meier-Lammering. Die Umwelt- und Agrarministerin und die Landwirte sollten nach Ansicht des BUND ihren Teil der Verantwortung für das Artensterben eingestehen und sich zusammen mit den Naturschützern für eine Änderung der Agrarpolitik zur Förderung einer bäuerlichen Landwirtschaft statt einer Subventionierung der Agrarindustrie einsetzen.

Mit völligem Unverständnis reagiert der BUND auf die Darstellung Schulze Föckings, dass die Ausgleichsmaßnahmen Ursache für den Flächenverlust der Landwirtschaft seien.

"Die Ausgleichsmaßnahmen sind aus gutem Grund gesetzlich bei Eingriffen vorgesehen, um die negativen Auswirkungen zu minimieren. Sie machen nicht einmal die Häflte der Fläche aus, die durch einen Eingriff verloren gehen." erläutert BUND Sprecher Meier-Lammering. Wolle die
Umwelt- und Agrarministerin landwirtschaftliche Fläche schützen, sollte sie lieber den Flächenfraß durch Straßen, Gewerbe und Bebauung verhindern als den Naturschutz als Übeltäter zu diffamieren, so der Umweltverband.

Bernd Meier-Lammering
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Kreisgruppe Herford
Laarer Str. 318,  32051 Herford
Info: 0170-76 190 35
Fax: 0 32 22 / 1262 558
email: bund.herford@bund.net

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